Natürlich
Rastatt
Quartier

Für das städtebaulich und landschaftsplanerisch zu erschließende Quartier waren eine Reihe von qualitätsorientierten Anforderungen vorgegeben. Auf der Gesamtfläche von 52.000 Quadratmetern war ein dem städtebaulichen Kontext angepasstes, ökologisches und zugleich wirtschaftlich tragfähiges Entwurfskonzept zu entwickeln, das die stadträumlichen und landschaftlichen Besonderheiten des Entwicklungsgrundstücks in dieser exponierten Lage aufnehmen sollte.

Ende 2012 beurteilte eine Bewertungskommission die Konzepte der fünf Arbeitsgemeinschaften, die  im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs Entwürfe eingereicht hatten. Die Arge Joachim Eble Architektur, Tübingen / Atelier Dreiseitl, Überlingen / Stahl + Weiß Büro für Sonnenenergie, Freiburg gewann mit ihrem überzeugenden Entwurf.

Das integrale Konzept des neuen Wohnquartiers schafft einen harmonischen Übergang von der urbanen Vorstadt zur reizvollen Auenlandschaft der Rheinebene. Gleichgewichtig wurden städtebauliche, landschaftsgestalterische sowie ökologische, ökonomische und soziale Qualitäten in den Entwurf einbezogen. Leitidee ist die grüne Landschaftsfuge, die sich über den baumbestandenen Quartiersplatz mit angrenzendem See bis zum Auenwald öffnet. Sie bildet das innere Rückgrat des Quartiers mit Raum für gemeinsame Aktivitäten der Bewohner, bietet aber auch Ruhezonen mit einem klaren Bezug zur umgebenden Naturlandschaft. 


Vielfältige Gebäudetypen finden Platz auf dem weitläufigen Areal. Stadtvillen und Stadtreihenhäuser mit Dachgärten wechseln ab mit frei stehenden Einfamilienhäusern. Südöstlich erstrecken sich entlang der grünen Landschaftsfuge vom Quartiersplatz bis zur Waldlichtung die Stadtvillen am Auenwald, die vielfache Sichtbezüge zur Natur bieten. Dahinter liegen Doppel- und Einzelhäuser in Richtung des angrenzenden Segelfluggeländes. Die lebendige kubische Formensprache mit durchgängigem Design für das gesamte Quartier überzeugt.

Der Bau beziehungsweise das Nachrüsten von Solaranlagen auf den Dächern wird durch die Stellung der Baukörper und deren Dachneigung ermöglicht. Das durchdachte Regenwasserkonzept basiert auf der Wiederherstellung eines naturnahen Wasserkreislaufes. Retentionsräume werden geschaffen und die Grundwasserneubildung wird wieder hergestellt. Das anfallende und abfließende Regenwasser wird in mehreren Zonen sichtbar und erlebbar gemacht und speist den See in Nähe der Waldlichtung.